Lange nichts gehört. Lange nichts geschrieben. Langeweile. Echt? Nein, das dann doch nicht. Aber es war anders.

Weil wir in die Datsche bisher nur illegal fahren dürfen, selbst als offizielle „Zweitwohnungsbesitzer“ (und vielleicht aufgrund dieser merkwürdigen Abstinenz des Menschen die Nachtigall im Garten der Datsche besonders beeindruckend sang).

Weil ich noch nie so viel spazieren gegangen bin wie in den letzten Monaten, mal mit gekühltem Weißwein, mal mit heißem Tee im Gepäck, mal mit beidem. Lange Gespräche geführt, stundenlang auf irgendwelchen Bänken in Parks oder Hinterhöfen gesessen oder auf dem Deich an der Elbe – und ganz oft auf dem Sofa. Oder zu Hause mit jeweils einem Freund/einer Freundin „gekocht und gekickert“ am Tisch-Kicker, der nach Neuseeland in Erinnerung an unsere Abende dort angeschafft wurde. Genauso wie das Stand Up Paddle das man zum Kajak umbauen kann und sobald es warm wird, vor der Haustür auf den Alsterkanälen und auf der Ostsee ausprobiert wird. Wenn man nicht verreisen kann, dann wenigstens SUPen…

So viele Bücher wie lange nicht gelesen, 80km lange Radtouren gemacht, neue Stadtteile erkundet und noch immer kein Sauerteigbrot gebacken, dafür, weil nebenbei Lehrerin bereits geimpft und umso mehr Kuchen und Torten und als Kompensation intensiven Sport jeden Tag nebst Online Ballettunterricht. (Mit Stuhl statt mit Ballettstange, aber festgestellt, dass auch das geht und wie schön es ist, welch Freude, alle Ballettfreundinnen zumindest online wiederzusehen und gemeinsam in unseren Wohnzimmern zu tanzen und sich nach so langer Abstinenz auf baldige Begegnungen im Ballettsaal – und in Bars – zu freuen).

Rotes Kliff, Kampen, Sylt

Und zwischendurch immer wieder ans Meer gefahren und zusammen mit den Mädchen „angegrillt“ und „angebadet“ – bei 8 (!) Grad Wassertemperatur, und das sogar zweimal! Jeder Besuch der Datsche, das Wühlen im Garten und der Blick aufs Meer macht den Kopf frei, es hilft beim Gedanken sortieren. Für die Zukunft und fürs Schreiben, das immer mehr Raum einnimmt (nur zum Blog bin ich nicht gekommen…).

Wenn ich nicht gerade an der Ostsee in der Datsche bin, fahre ich zwischendurch gerne nach Sylt, auf meine Lieblingsinsel im Norden. Seit meiner Jugend bin ich regelmäßig dort (siehe vorherige Blogeinträge… 🙂

Rotes Kliff, Kampen, Sylt

Während des Lockdowns bin ich häufiger morgens hin und abends wieder zurückgefahren, auch zusammen mit den Kindern, wir haben es als „kleine Reise“ gesehen, auch die Hin-und Rückfahrt, die sehr schön ist, zumal wir einen Waggon ganz für uns hatten und sogar Verstecken spielen konnten (ok, das ist etwas limitiert im Zug…). Nun war ich erneut dort. Sogar mit Übernachtungen. Habe die Insel von Nord, von der Spitze des Ellenbogens bis nach Süd komplett mit dem Fahrrad erradelt. Den einen Tag mit einem Elektrobike, das war ein großer Spaß, aber irgendwie fühlt es sich auch „falsch“ an, deshalb bin ich am nächsten Tag mit einem stinknormalen Fahrrad und reiner Muskelkraft in den Süden der Insel gefahren. Und habe Wolkenschafe gesehen. Oder Schafwolken, je nachdem.

Die Natur tat gut, Sylt tat gut. Gefühle ein bisschen wie in Neuseeland. Und jetzt geht es erstmal ins Theater! Ins Kino, ins Konzert – zur Kultur! Vorfreude auf alles, was kommt. Der Himmel über dem Balkon zeigt es bereits an: Es wird gut werden. Strahlend. Und die Wolkenschafe werden mich begleiten, im Geiste. 🙂

Eine Antwort auf „Wolkenschafe am Ellenbogen

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